Condition Monitoring mit neuronalen Netzen bei Gasmotoren Bei der Maschinendiagnose von Gasverbrennungsmotoren werden neuronale Netze für die
Triggerung, für die Zustandserfassung der Zündanlage und der Zylinderköpfe im Rahmen der Analysen im Zeitbereich eingesetzt. In allen drei Fällen wird jeweils ein neuronales Netz verwendet, welches aus
dem Standardnetz ARI_G20G entwickelt wurde. Dieses Netz konfiguriert sich je nach Aufgabenstellung von selbst und zeichnet sich durch Stabilität und Genauigkeit aus. Auch ohne Informatikkenntnisse und ohne so manch
üblich empfohlenes Probieren werden vertrauenswürdige Ergebnisse geliefert. Das für die Motoranalysen angepaßte neuronale Netz ist als Backpropagation-Netz mit 512 Eingängen, mit zwei verborgenen Schichten und mit bis
zu 16 Ausgängen aufgebaut. Das neuronale Trigger-Netz besitzt 6 Eingänge und 1 Ausgang. Die Aufgabe des jeweiligen neuronalen Netzes ist, eine Klassifizierung des vorliegenden
Signalausschnittes vorzunehmen. Anfangs liegen keine Muster oder Referenzen vor. Der überhaupt erste erfaßte Signalausschnitt gilt daher zwangsläufig als unbekannt und wird als
1. Referenz angesehen. Vorzugsweise sollte daher die 1. Referenz einen neuwertigen Zustand beschreiben, z.B. den Zustand nach Kerzewechsel bzw. nach der Zylinderkopferneuerung. Da die Klassifizierung durch
das Netz in der Anfangsphase wegen seiner assoziativen Fähigkeiten recht großzügig ist, wird die Referenz durch eine Null-Referenz mit dem entsprechenden Rauschsignal und eventuell mit einer eingrenzenden Referenz
ergänzt, z. B. mit doppelten Amplituden in maßgeblichen Zeitbereichausschnitten. Nach der Erfassung der 1. Referenz wird vom ARTIFIN-Netz die neuronale Matrix für eine echte Referenz und zwei fiktive für jeden Zylinder
erstellt. Jeder neu angebotene Zeitausschnitt wird vom neuronalen Netz ausgewertet und anschließend als bekannt oder unbekannt klassifiziert. Bei unbekannt wird der Signalausschnitt als weitere Referenz angesehen, in
den Referenzkatalog aufgenommen und eine erneuerte neuronale Matrix für die Referenzen erstellt. Danach gilt auch dieser Zeitabschnitt als bekannt. Wie ersichtlich, werden die Meßdaten vom neuronalen Netz
gefiltert und nur dann abgespeichert, wenn größere Abweichungen im Vergleich zu den bislang bekannten Meßdaten vorliegen. Somit wird eine starke Datenreduktion erreicht. Diese Eigenschaft ist äußerst vorteilhaft,
weil in der Regel erhebliche Datenmengen verarbeitet werden müssen. Sofern bereits einige Referenzen bekannt sind oder auch andere Signalausschnitte mit eindeutigen Fehlerzuordnungen vorliegen, dann
können aus diesen Referenzen Muster gebildet werden. Das Netz erstellt für die angebotenen Muster eine weitere Gedächtnismatrix. Die Muster sind nicht mehr auf einzelne Zylinder bezogen, und sie gelten für alle Zylinder
der Maschine. Den Mustern werden Texte für die Zustandsbeschreibung zugeordnet, die im Report ausgegeben werden. Durch die Verwendung der Muster können äußerst detaillierte diagnostische Aussagen erfolgen. Der in
Kauf zu nehmende Nachteil ist die "Handarbeit" bei der Entwicklung der Muster. Für die Diagnose stehen bei der Zündanlage folgende Aussagen des neuronalen Netzes zur Verfügung:
Zündung in Ordnung
Zündung schwach
Elektrode
Nachzündung.
Die Diagnostik bei den Zylinderköpfen ist komplexer, und es werden folgende Zustände diagnostiziert:
Ventile in Ordnung
Sitz Auslaßventil
Sitz Einlaßventil
Spiel Auslaßventil
Spiel Einlaßventil
Ventilsteuerung
Verbrennung.
Der Literaturhinweis zu diesem Thema ist:: P. Vykoupil: Maschinenschwingungen als Zustandsindikator bei BHKW-Modulen. VDI Berichte 1359, 1997.
Triggerung bei komplizierten Signalformen mit neuronalem Netz ? An der Anwendung des ARTIFIN-Meßsystems interessiert ?
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